| Im Andenken an meine viel zu früh verstorbenen Husky-Hündin Samantha. Der Beginn unseres gemeinsamen Lebens Geboren wurde Sammy in Ober-Ramstadt am 9. August 1997. Ein Freund von mir, Ralf, hat mich auf den Geschmack gebracht, indem er sich Sammy Schwester für seine Familie zugelegt hat. Als Welpen waren beide kaum zu unterscheiden, ausser am marmorierten Auge (1/3 blau, 2/3 braun) von Sammy, die ich mir später aussuchte. Freilich ohne Kenntnis der nordischen Rasse, was ich heute keinem "Einsteiger" empfehlen würde. Schon bald hatte ich also ein kleines rotzfreches Hundekind in meiner damaligen 1 1/2 Zimmer Wohnung. An diese "stürmische" Zeit erinnere ich mich noch sehr gut. Sie war nicht stubenrein, hatte Magenprobleme und Würmer, war sehr "wild" und so ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe. Zum Glück hatte ich damals viel Zeit, konnte (wie fast unser gesamtes gemeinsames Leben) 24 Stunden am Tag mit ihr verbringen und die Probleme legten sich bald. Damals habe ich sicher einige Fehler mit ihr gemacht. Aus Unerfahrenheit und Unwissenheit über das, was ich mir da angeschafft habe. Einer der Fehler war sicher auch, aus ihr am Anfang einen "normalen" Hund machen zu wollen. Welpenschule folgte inkl. BH Training beim Polizei- und Schutzhundeverein, wo allerdings kein Ausbilder echte Husky-Erfahrung hatte, sie wie ein normaler Hund behandelt wurde und wir am Ende völlig falsch waren. Sicher, viele der Übungen konnte sie, war durchaus leinenführig, zuletzt sogar recht gehorsam. Aber das letzte Stück, was einen Siberian Husky vom "Normalhund" unterscheidet, fehlte ihr. Auch zuletzt, wo es wohl genau dies war, was zu ihrem Tod führte. Ein Moment, wo der Jagttrieb, die Erschnüffelung einer Fährte über jeden Gehorsam, jedes ausgesprochene Verbot siegte und sie "blind" auf die tödlichen Gleise lief. Schulung und Erziehung Mangels Erfahrung mir der Rasse habe ich zunächst natürlich versucht, Sammy wie jeden "guten" Hund zu erziehen. Daß das völlig falsch war und in beiderseitiger Unzufriedenheit enden musste, war mir damals noch nicht bekannt. Husky, die eine BH schaffen, sind sehr selten. Der Husky ist ein Arbeitshund, seit Beginn der Zucht zur Arbeit und zur Spurensuche trainiert, dankt er es mit seiner Liebe und Menschenfreundlichkeit. Einen solchen Hund wesensfremd zum Begleithund erziehen zu wollen, mag Tierquälerei sein. Mangels besseren Wissens habe ich dies jedoch zunächst versucht und bin daran gescheitert. Sammy hörte zwar gut genug, war freundlich gegenüber Mensch und Hund, weshalb sie eine der wenigen ihrer Rasse war, die sich frei bewegen durfte. Empfehlen kann ich diese Erziehung aber dank nun besserem Wissen niemandem. Ein freilaufender Husky bleibt letztendlich unberechenbar. Er wird wohl nie gegen Menschen gehen, wenn er nicht dazu gequält wurde. Aber im Verhalten gegenüber anderen gleichgeschlechtlichen Hunden habe ich die Erfahrung gemacht, daß Sammy diese bestenfalls toleriert hat, sich zeitlebens aber nie von einer Hündin "anmachen" oder gar unterwerfen lies. Mit Rüden hielt sie es freilich genauso, wobei da die Toleranz weit grösser war. Menschen gegenüber war sie dank guter Erfahrung von Kindesbeinen an immer sehr aufgeschlossen, hat sich vieles gefallen lassen. Beissunfälle, wie sie selbst bei Kleinhunden so häufig vorkommen, gab es bei ihr nie. Kleinhunden gegenüber war sie übrigens sehr rücksichtsvoll, hat sich mehr gefallen lassen, als bei gleichgrossen oder grösseren Artgenossen. Sie wusste wohl immer um ihre Überlegenheit, die sie nie ausnutzte. Letzteres ist übrigens keine Verklärung, sondern eine Tatsache. Anderen Husky, wie meinen jetzigen, ist das eher egal. Ein kleiner Hund der bellt oder sie gar beisst, wird "gezüchtigt". Man kann das Verhalten eines Vertreters einer Rasse ohnehin nicht auf andere gleicher Rasse übernehmen. Sammy war wohl einfach viel zu lieb und gutmütig. Aber genau deshalb war sie sehr beliebt, bei allen Menschen und den meisten Hunden. Ansonsten möchte ich aus Erfahrung dieses Thema wie folgt abschliessen. Ein Husky hört eher auf stille Gesten und sanfte Worte, als auf lautes Geschrei. Schläge sind generell bei jedem Lebewesen - auch als letztes Mittel - unangebracht. Wenn besonders ein Husky eine Führung benötigt, sollte man sich diese mit anderen Mitteln "erkaufen". Sammy habe ich in ihrem ganzen Leben 4-5 mal geschlagen. Aus Angst und Zorn. Angst nie um mich, sondern um sie. Konsequente Gesten brachten weit mehr, als laute Drohungen. Eine kleine Kopfbewegung oder der Lauf in die entsprechende Richtung brachten immer weit mehr, als Schreie "Hier". Wenn es freilich etwas "besseres" gab, hörte sie ohnehin nicht vollkommen. Ausser im ewigen Eis und Schnee würde ich deshalb einen Schlittenhund heute generell nicht mehr frei laufen lassen. Ein gutes Mittel zur Erziehung war auch und gerade immer ihre Neugier und ihre Fresslust. Der Griff in die Tasche, nach einem Stück Fleischwurst, brachte so weit bessere Erfolge, als jeder Schrei. Hätte ich an dem Abend ein Stück Fleischwurst in der Tasche gehabt, wäre sie ohnehin in meiner Nähe geblieben und könnte jetzt noch Leben ... Andere Hunde Wie bereits gesagt, war Sammy anderen Hunden wie Menschen sehr aufgeschlossen. Für "bissige" Artgenossen war sie zu schnell und es gab in ihrem Leben nur wenige "Vorfälle", die der Rede wert sind. Deshalb schreibe ich hier zunächst nicht von den vielen netten Hunden, mit denen sie gespielt hat, sondern fange mit den wenigen "bissigen" Hunden an, an die ich mich erinnere. Dabei spreche ich auch hier offen von meinen Fehlern. Sammy hatte in ihrem Leben nur ganz wenige "Machtkämpfe" mit Artgenossen auszutragen. Sie unterwarf sich dabei nie. Das einzige mal, wo sie mit eingezogenem Schwanz weglief, war in einem Kampf gegen zwei ausgewachsene Schäferhunde, den sie deutlich verloren hat. Vielleicht war es ihre Überheblichkeit in jungen Jahren, die zum Kampf führte ? Sie unterwarf so ziemlich jeden Hund, spielerisch. Ob Hündin oder Rüde. An diesem Tag liessen wir auf dem Hundeplatz wegen dem Schnee unsere Hunde einfach frei spielen. Gute Sozialisierungsmaßnahme. Sammy spielte, unterwarf wie immer die eine oder andere Hündin. Von denen, die sich nicht unterwerfen liessen, hielt sie sich ohnehin normalerweise fern. Ihr damaliger Lieblingsrüde war Dick, ein kräftiger Schäferhund (Schutzhund), mit dem sie viel spielte und den sie sehr respektierte. Der hatte seine "Macken", lies sich z.B. kein Spielzeug / Stock nehmen. Dabei kam es nie zu Problemen, weil sie von ihm bereits ein Knurren respektierte. Vielleicht war es deshalb das fehlende Knurren, was sie in Verlegenheit brachte, als sie einen anderen Rüden im Spiel "überfiel" ? Jedenfalls biss der ziemlich schnell zu, was zum Kampf führte, wobei er seinen Freund und Lebensgefährten dabei hatte, der sich gleichfalls auf Sammy stürzte. Zum Glück haben Husky wie Schäferhund ein dickes Fell, weshalb letztendlich nicht mehr passierte. Sammy lag in diesem Kampf mehr unten, als oben und wenn da nicht der erfahrene Hundeführer und Ausbilder gewesen wäre, der mit kräftigen Tritten die Hunde getrennt hat, hätte diese Geschichte wohl für Sammy schlechter ausgesehen. Aber so haben wir unsere Hunde "eingesammelt", die sich später durchaus verstanden. Sammy spielte übrigens sehr rauh, aber nur mit Hunden, die ebenso rauh spielen wollten. Dann ging es, wie bei Husky untereinander, schonmal zur Sache. Die "Beisserei" gehört dabei zum Spiel, sollte schon deshalb nicht unterbunden werden. Die Hunde wissen sehr genau, wie weit sie gehen und manches, was für uns zunächst gefährlich aussieht, ist gerade in jungen Jahren nur Spiel. Auch hier habe ich Fehler gemacht. Ich habe es zunächst unterbunden, statt sie zu bekräftigen. Das was ich als "Kampf" ansah, gehört zum Spielverhalten vieler Rassen. Nicht nur zum Husky. Übrigens habe ich festgestellt, daß sich z.B. einige "Kampfhunde" bestens als Spielgefährten für Husky eignen. Sie haben gleiche Spielregeln. Auch Dobbermänner sind gute Spielgefährten. Wie man auf den Bildern sieht, gehört auch so mancher Golden Retriever (Mix) dazu. Der Golden Retriever (Rüde) auf den Bildern lies sich von Sammy übrigens immer unterwerfen. Ihm brachte das "Kampfspiel" aber offensichtlich das Selbstvertrauen, sich auch mal gegen anderen Hunde zu wehren, von denen er sich früher einfach beissen lies. Das Sozialverhalten lernen Hunde nur im Umgang mit Artgenossen. Viele Husky sind weniger rücksichtsvoll, als Sammy es war. Es kommt wohl auf den Hund an. Gerade den Besitzern von Kleinhunden kann ich da nur empfehlen, ihre Hunde nicht zu sehr zu vermenschlichen. Oft verhalten gerade die sich sehr grössenwahnsinnig und es ist nicht immer eine gutmütige Sammy, denen sie letztendlich im "Kampf" begegnen. Ein kleiner Kläffer, der sich einem Husky frech mit Gebell nähert, hat mich schon in so manche "Notsituation" gebracht. So etwas muß wirklich nicht sein. Wer seinen Kleinhund schon nicht im Griff hat, sollte ihn wenigstens nicht von der Leine lassen, wenn sich ihm grössere angeleinte Hunde nähern. Leider sind viele der Beissunfälle gerade auf solches Fehlverhalten der Halter/innen zurückzuführen. Was nutzt es mir, wenn ich zwei Husky im Gespann habe und ein solcher kleiner "Freund" sich in bester Kampfstimmung kläffend auf meine Hunde stürzt ? Nichts. Sammy hatte übrigens nichtmal was gegen kleine Beisser, obwohl ihr so ein Zwerg im Welpenalter in die Nase gebissen hat und sie sehr wohl jeden Grund dazu gehabt hätte, da sie oft von so kleinen Riesen angemacht wurde. Sie nahm das erstaunlich gelassen, hatte bestenfalls mal im Spiel den Kopf eines solchen "Kampfhundes" im Maul. Sah für mich immer witzig aus, die Gesichter der Besitzer ebenfalls. Das Ende unseres gemeinsamen Lebens Es war am frühen Abend des 18.10.2000, als ich mit Sammy wie jeden Tag in den Feldern zwischen DA-Wixhausen und Eppertshausen unterwegs war. Leider muß ich mir vorwerfen, daß ich an diesem Tag mit Sammy kaum gelaufen bin, sie brauchte immer ihre 2 Stunden Radfahren und Auslauf. Auch muß ich mir selber vorwerfen, sie trotz Dämmerung zu dieser Stunde genau deshalb (wollte ihr noch Auslauf gönnen) nicht an der Leine führte. Aus früheren Erlebnissen wusste ich, daß sie gerade im Dunkel ohne Rücksicht ihrer Nase folgte. Und so kam, was man vielleicht Schicksal nennen kann und mein Herz nach wie vor schmerzt. Auf dem Rückweg signalisierte sie mir durch ihr typisches schnelles hin und her rennen auf dem Feld, daß sie noch nicht heim wollte. Ich hatte es auch nicht sonderlich eilig, lies sie gewähren. Ging langsam vor, während sie in den Büschen zu den Gleisen verschwand. Ohne besondere Sorge, denn dies tat sie immer, jeden Tag, um ihr Geschäft zu verrichten. Sie wusste auch ganz genau, daß sie nicht auf die Gleise gehen darf. Was auch immer sie erschnüffelt hat, an diesem Tag führte sie ihr Weg auf die verdammten Gleise, was ich zu diesem Zeitpunkt leider nicht wusste. Vielleicht hätte ich sie sonst retten können. Jedenfalls machte ich mir zunächst nichts daraus, daß sie nicht gleich kam, ging langsam Heim. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, daß sie noch ein wenig laufen will und holte mein Fahrrad, um die Feldwege mit ihr zu fahren. Sie kam normal immer, wenn sie mein Fahrrad und mich hörte, um mit mir zu rennen. Diesmal kam sie nicht, auch nicht nach vielen Rufen. Unverrichteter Dinge fuhr ich wieder zu unserem Haus, holte meine Taschenlampe und ging nochmal die Strecke ab. Dort wo sie in den Büschen verschwand, ging ich ebenfalls nach. Es geht an dieser Stelle eine kleine Anhöhe rauf zu den Gleisen. In dunkler Vorahnung, aber noch mit der Hoffnung, daß sie vielleicht auf der anderen Seite sei, ging ich den Weg. Mit der starken Lampe leuchtete ich die Gleise in beide Richtungen ab und was ich dann in ca. 20-30 Meter Entfernung sah, lies mich erstarren. Mitten auf den Gleisen sah ich sie, hoffte noch bis zuletzt, bis ich vor ihr stand, es sei alles, nur nicht meine geliebte Sammy. Sie war es jedoch, lag wie ein Selbstmörder in der Mitte der Gleise. Der Körper war fast völlig intakt, der Kopf zur Unkenntlichkeit zertrümmert. Mein einziger Trost in dieser schweren Stunde, es muß wohl für sie sehr schnell gegangen sein. Wenig später holte ich sie zusammen mit meinem Bruder und meiner Schwägerin von den Gleisen. Ich legte sie in ihre Decke, wickelte sie ein und so lag sie in einem Karton, bis sie von Pax-Animalis geholt wurde. Heute erinnern mich nur noch ihre Asche und die Bilder von ihr an sie. In meinem Herzen wird sie immer bleiben und im Internet möchte ich ihr auf diesen Seiten eine ehrenvolle Ruhestätte schaffen. Dies war also der letzte Tag mit meiner Sammy. Dabei hatte ich noch so viele schöne Stunden mit ihr geplant. Kinder sollte sie haben, auf den Winter und den Schnee habe ich mich gefreut, den sie so liebte und und und ... Lebe dein Leben bereits heute so, als wäre es dein letzter Tag ... Sicher fallen mir noch weitere Kapitel ein. Schauen Sie einfach ab und zu rein. |